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Du musst nicht immer nett sein. Sei lieber ehrlich.

ZÄHNEKNIRSCHER*INNEN AUFGEPASST!

Bist du ein*e gut angepasste*r Bürger*in? Lächelst du andere an, während du nachts dann mit den Zähnen knirschst?

“Nett sein” (fake-nett) ist eine kollektive Krankheit unserer Gesellschaft. Die meisten lernen von klein auf, dass ihre Meinung falsch ist und sie lieber dem Weg eines anderen folgen sollen. Dann kommen wir in die Schule und lernen dort, dass es nur eine richtige Antwort für alle gibt und der Rest mit dem Rotstift Punktabzüge bekommt. Für Kreativität und Individualität bleibt wenig Raum – kein Wunder, denn unser heutiges Schulsystem kommt aus den Zeiten des dritten Reichs. Und so geht unser Leben dann weiter. Wir denken später als Erwachsene, dass wir freie Entscheidungen treffen – aber das tun wir nicht. Unser Gehirn ist bereits programmiert wie ein Computer. Aber ist das Betriebssystem aufgebaut auf Vertrauen, Wahrhaftigkeit und (Selbst-)Liebe? – Bei den meisten wohl nicht.

 


Wie gut, dass wir unseren Verstand haben, mit dem wir die Dinge hinterfragen und unsere Neuronen umprogrammieren können. Und so begann ich eines Tages meine gut angepasste Nettigkeit zu hinterfragen. Ich wurde in der Schule schon von klein auf gemobbt und auch zuhause wurde ich oft nicht gerade mit Verständnis und Einfühlungsvermögen behandelt. Da ich sehr sensitiv bin und in meinem Human Design 7 von 9 Zentren offen habe (Häh? Was ist das?) bin ich ein starker Spiegel für die Gefühle, Gedanken und Worte meiner Mitmenschen. 

Ich werde also zu den Menschen, mit denen ich mich umgebe und spiegel ihre Verhaltensweisen. In den ersten Jahren meines Lebens habe ich noch gespürt, dass ich richtig bin und oft gegen das gekämpft, was mir als richtig in der Welt verkauft wurde. Wie schlau Kinder doch sind – ich bin heute noch so oft fasziniert, wenn Kinder sprechen. Kinder sehen die Welt noch durch eine ungefilterte Brille – sie sehen noch, wie leicht und bezaubernd es sein könnte und können uns Erwachsenen als Wegweiser dienen, diese Leichtigkeit zu integrieren und über unsere eigene Wahrnehmung nachzudenken. Doch leider tun das die wenigsten Erwachsenen, auch wenn die letzten Jahre glücklicherweise immer mehr junge Eltern die Augen öffnen.

Doch zurück zur Fake-Nettigkeit. Wie oft bist du nett zu jemandem, den du eigentlich nicht magst? Wie oft sagst du “ja”, einfach nur, dass “Frieden” und “Ruhe” einkehren? Wie oft bleibst du bei Menschen, die dich nicht wertschätzen oder verdrehen wollen? Auf den Punkt gebracht: Wie oft handelst du GEGEN dich selbst? 

Nett sein, wenn wir eigentlich etwas ganz anderes sagen oder tun wollen, ist eine schwere Form des Selbstangriffs – und außerdem belügen wir uns selbst und andere damit und wirken auf andere unauthentisch. So viele Menschen werden krank durch falsche Nettigkeit, denn die aufgestauten Emotionen, wie Wut, Trauer und Angst müssen zwangsläufig irgendwo hin. Und so sammeln sie sich in uns, stauen sich auf und akkumulieren sich zu einer emotionalen Blockade, die sich – wenn sie eine gewisse Größe hat – zu einer Krankheit formt. Dafür dürfen wir unserem Körper dankbar sein, denn es ist die einzige ganz klare Sprache, die er sprechen kann. Er sagt damit: “Hey, du bist auf dem falschen Weg.” oder “Schau genauer hin, irgendwas läuft nicht so, wie es dir eigentlich gut tun würde”. Aber was tun mit all dieser Energie und den jahrelang aufgestauten Emotionen, wenn wir das einmal erkannt haben?

Hier habe ich 5 Tipps (oder auch Schritte) für dich:

  • Schreib deine Gefühle auf. Nimm dabei kein Blatt vor den Mund – hör auf dich nett anzupassen. Und wenn du sowas denkst wie “dieses Schwein, ich hasse ihn” dann schreib es auf. Gönne dir, dass du den Stau loslässt. Du tust damit keinem weh, wenn du es einfach nur aufschreibst.
  • Rede mit einer dir vertrauten Person, mit der du dich im Reinen fühlst und schütte ihr dein Leid aus. Am besten du sagst dieser Person vorher, dass du nun deine aufgestauten Emotionen rauslassen magst und vielleicht auch mal Wörter verwendest, die nicht so nett sind. Es kann so unglaublich heilsam sein. Ich habe das mal mit meinem besten Freund als Spiel gemacht. Wir haben uns 10 Minuten Raum gegeben alles zu sagen, was uns so riiiiiichtig ankotzt oder was wir noch nie jemandem gesagt haben und beschlossen, dass alles was wir sagen auch niemals weitergetragen wird – und das, ohne, dass der andere einen Kommentar dazu abgibt. Dabei haben wir auch alle Gedanken ausgesprochen, für die wir uns selbst verurteilt haben, dass wir sie denken. Ich kann dir sagen: DAS war befreiend. Wir sind hinterher mit einer großen Leichtigkeit aus dem Gespräch rausgegangen.
  • Wenn es Personen gibt, auf die du wütend bist, dann rate ich dir folgendes: Begebe dich gedanklich in ihre Position. Du kannst auch zwei Zettel machen: Einen mit deinem Namen und einem mit dem Namen der Person. Dann stelle dich zuerst auf den Zettel besagter Person und spüre rein: Wie geht es dieser Person? Wie war ihr Leben? Was sind ihre Verletzungen? Warum hat er/sie so gehandelt? Jetzt fragst du dich vielleicht: Wieso sollte ich mich in jemanden hineinversetzen, der mir sooooo weh getan hat? – Ganz einfach: Wir alle sind nur Menschen, die durch ihren Weg geprägt wurden. Menschen die boshaft scheinen oder gnadenlos sind die am meisten geschädigten unserer Gesellschaft. Ihr Leid ist so groß, dass sie es in sich nicht aushalten und deshalb ins Außen Gift versprühen. Danach kannst du dich auf deinen Zettel stellen und die Person aus anderen Augen sehen.
  • Suche das Gespräch mit denjenigen, zu denen du eine Maske der Nettigkeit aufrecht erhalten hast. Versuche ihnen keine Schuldvorwürfe zu machen (wenn es doch passiert, dann ist das ok). Sage ihnen, was du fühlst und was du dir wünschst. Frage sie auch – wenn du das kannst – wieso sie so handeln, wie sie handeln. Bleibe so gut es geht bei dir.
  • Wenn du immer noch das Gefühl hast, dass du dieser Person machtlos ausgeliefert bist, dann breche den Kontakt dir zuliebe ab. Lass Gras über diese Beziehung wachsen und gönne dir die Ruhe, die der Abstand bringt. Vielleicht ist es dir möglich, irgendwann einmal wieder mit dieser Person in Kontakt zu kommen und dann – wenn du von innen geheilt bist – einen Neuanfang zu starten. Vielleicht war diese Person aber auch nur ein*e Wegbegleiter*in für dich. Lass los und kümmere dich erst mal nur um deine Heilung. Du bist es wert.
 
Ich bin dir wie immer gerne eine Wegbegleiterin auf deinem Weg der Befreiung. Wenn du Rat möchtest, dann buche dir gerne ein kostenloses Erstgespräch oder eine SOULution Session.

Wie immer empfehle ich dir ein bisschen Literatur und Übungsmaterial passend zum Thema:

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