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Was ist Bitterkeit – Die Emotion des Nicht-Selbst eines Projektors im Human Design

Wie zeigt sich die Emotion „Bitterkeit“ bei Dir bzw. wodurch wird diese ausgelöst? Kannst du mir Beispiele aus deinem Alltag schildern?

Isabel: Bitterkeit entsteht bei mir, wenn ich aus dem Vertrauen in das angstgesteuerte Machen gehe, oder wenn ich aus dem Verstand und Ego etwas will, das nicht für mich bestimmt ist. Ich kenne das aus vielen Bereichen meines Lebens vor Human Design. Ich wollte unbedingt einen Partner, also habe ich immer gesucht und war so verbittert, dass es einfach nicht klappte. Erst als ich mich hingab und mich nur auf mich selbst konzentrierte und ein spaßiges Leben im Einklang mit mir führte kam der perfekte Mann für mich, eine schönere Beziehung als ich es mir hätte erträumen können. Natürlich hat er mich eingeladen. 🙂

Und doch wusste ich immer, dass es sowas gibt für mich. Statt zu vertrauen, dass es von selbst kommt, wenn ich im Flow mit mir lebe.  So ist es auch mit meiner Berufung, ich habe irgendwann aufgehört zu suchen und einfach das gemacht, wonach mir der Sinn stand und schwupps – meine Berufung, andere zu ihrem wahren, ureigenen Selbst zu führen, entstand so „nebenbei“. Bitterkeit entsteht auch, wenn ich mich für etwas entscheide, wofür mein System und meine Autorität ein „Nein“ gegeben haben. Wenn ich meine Energie z.B. für ein Projekt nur des Geldes willen gegeben habe, aber es mich nicht tief erfüllt hat. Wenn ich in Beziehungen Streit habe, dann fühle ich auch Bitterkeit, weil ich so harmoniebedürftig bin. Das ist auch das Nicht-Selbst, das immer Harmonie möchte. Oder wenn ich Erwartungen an jemanden stelle, die dann nicht erfüllt werden. Oder wenn ich weiterarbeite, obwohl ich genau spüre, dass ich eine Pause machen sollte. Was ganz klar auch das Nicht-Selbst ist. Manchmal entsteht Bitterkeit aber auch ohne einen besonderen Grund. Ich habe einen schlechten Tag, oder es ist ein besonderer Transit unterwegs. Dann gebe ich mich der Bitterkeit hin und lasse sie durch mein System fließen. Sie geht dann schnell wieder vorbei.

Wie unterscheidest du deine Wahrnehmung für Bitterkeit im Verhältnis zu anderen Emotionen?

Isabel: Bitterkeit dringt tief in mich ein und verschlingt mich nahezu. Ich habe ein undefiniertes Emotionssystem, deshalb kann ich nur aus dieser Perspektive sprechen. Wenn ich alleine bin, also in meiner Energie, dann bin ich meistens neutral bis heiter und optimistisch. Seit ich mein Design lebe, empfinde ich Leichtigkeit. Bitterkeit ist wie ein dicker Klumpen, der mich belastet und mein ganzes Sein runter zieht. Ich könnte dann den ganzen Tag schlafen und ein Grauschleier ist über allem, was mir vorher fröhlich erschien. Um es bildlich zu sagen: Bitterkeit macht alles für mich schwarz, alles für mich pessimistisch, ich lasse die Mundwinkel und die Schultern hängen und könnte über die ganze Welt fluchen. Bitterkeit kenne ich außerdem als Sarkasmus und Selbstmitleid. Gott sei Dank falle ich nicht mehr so oft in sie, aber es gibt manche dunkle Tage, da habe ich mir selbst den Spitznamen „Grumpy“ gegeben. Das ist englisch für mürrisch. Ich nehme mich da mittlerweile selbst mit Humor.

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